Wie deutlich muss ein Terroraufruf sein, damit die Nachtwächter im ZDF die Reißleine ziehen? Ein mäßig bekannter Liedermacher hatte vor, in der Sendung „Die Anstalt“ zum Plattmachen von von ihm als Faschisten eingestuften Zeitgenossen aufzurufen. Auf die Polizei sei dabei kein Verlass, vielmehr müsse die eigene Sicherheit selbst organisiert werden. „Keine Angst, nehmt es selber in die Hand. Die sehen gefährlich aus, aber wir legen sie lang“, heißt es in dem Lied. Dann folgt noch ein Gruß an „Lina, Gucci, Maja und Nanuk“ aus der gewalttätigen antifaschistischen „Hammerbande“.
Dass solche Gewaltfantasien im ÖRR nichts zu suchen haben, versteht sich fast von selbst. Nicht von selbst versteht sich aber die Aufwertung, die das ZDF dann dem derangierten Sänger in einer Extrasendung von Aspekte zukommen lässt. Was hat dessen Agent – sofern er sich einen leisten kann – dafür bezahlt? Gibt es demnächst eine ZDF-Sondersendung zur Frage, ob öffentliches Masturbieren im Bundestag gegen die guten Sitten verstößt ?
„Die Debatte ist ein weiteres, wenn auch besonders erschreckendes Beispiel dafür, wie politische Gewalt in Deutschland inzwischen verharmlost wird, wenn sie nur die vermeintlich Richtigen trifft. Im Kampf gegen rechts scheinen alle Mittel erlaubt“ (NZZ)
Siehe auch