Neulich ist der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, unter anderem wegen mehrfacher Vergewaltigung. Was durchgegangen, von der Tagesschau vielleicht sogar zur Heldentat verklärt worden wäre, wenn der Täter schwarz und queer, notfalls auch Mulattin gewesen wäre. War er aber nicht. Der Täter war weiß, blond und offenbar männlichen Geschlechts. Was tun?
Das norwegische Königshaus wusste Rat. Keine zwei Tage nach dem Urteil überraschtes es mit der Mitteilung, dass Mette-Marit eine fremde Lunge eingepflanzt worden wäre: endlich ein neues, Mitgefühl erregendes Thema an Stelle des hässlichen, lästigen alten. Die ARD griff diesen eher abgelegenen Hofklatsch begeistert auf und widmete dem Thema mehrere Minuten in der abendlichen Tagesschau. Warum?
Weil Mette-Marit ihr Liebling ist: alleinerziehend, bürgerlicher Herkunft, aber mit unbürgerlichen Manieren; der Sohn erst recht. Fortschrittlich, modern, gegen den Strich gebürstet, also genau das, was der Tagesschau gefällt. Überdies wie geschaffen, um Reklame zu machen für die Organspende. So erfüllt die Tagesschau ihren Auftrag, umfassend, objektiv und ausgewogen über das Weltgeschehen zu berichten.